Wir sind ein gemeinnütziger Verein von ehrenamtlich engagierten Biberacher Bürger/innen und Flüchtlingen, deren Verfahren noch läuft oder bereits abgeschlossen ist.

Unser Ziel ist es, Menschen, die gezwungen sind ihr Land zu verlassen, dabei zu unterstützen, sich in Biberach ein selbständiges Leben aufzubauen.

Wir haben unsere Arbeit in Projekten organisiert: 

 

Jugendgruppe: regelmäßig treffen sich deutsche Jugendliche vom Jugendparlament und von Biberacher Schülervertretungen mit jungen Flüchtlingen. Wir machen einen Deutschkurs und wollen mit gemeinsamen Freizeitunternehmungen die deutsche Kommunikation fördern und gegenseitig die kulturellen Hintergründe kennenlernen. Das Jugendprojekt ist mittlerweile Mitglied im Stadtjugendring, wir haben z. B. am Schülerkalender 2016 mitgearbeitet und erfolgreich mit Unterstützung von jugend aktiv einen hip-hop-Kurs durchgeführt.


Job-Projekt: wir haben eine Befragung der Flüchtlinge durchgeführt nach Kenntnissen, Qualifikation, Fertigkeiten, Vorbildung, Sprachkenntnissen und Wünschen für die berufliche Perspektive. In einem Pilotprojekt haben wir motivierte Flüchtlinge ausgewählt, für sie wollen wir Praktika, bessere jobs und Ausbildung in Zusammenarbeit mit der Biberacher Wirtschaft erreichen. Im Augenblick sind wir auf der Suche nach Sponsoren für einen Sprachintensivkurs für 10 Flüchtlinge, um deren Aussichten auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.  

 

Sportprojekt: in Zusammenarbeit der TG Biberach haben wir gerade einen Schwimmkurs erfolgreich abgeschlossen. Weitere Aktivitäten sind auf diesem wichtigen Gebiet geplant (z.B. für Mädchen und Frauen). Der Solidaritätslauf „Lauf für Deutschkurse“ in Zusammenarbeit mit der TG und der Stadt Biberach hat am 16.10. erfolgreich stattgefunden. Es wurden trotz Regen viele, viele Runden gelaufen.


 


Wohnungsprojekt: Wir unterstützen die Wohnungssuche und helfen beim Umzug und dabei, die neue Wohnung adäquat einzurichten.  


Kultureller Austausch: Generell beteiligen wir uns bei diversen Aktivitäten um das kulturelle Verständnis zu fördern: beim FaJuKi haben wir afrikanisches und afghanisches Essen angeboten, unsere afrikanische Trommlergruppe ist aufgetreten. Beim Kinderschützen haben afrikanische Frauen Zöpfchenfrisuren (natürlich mit blau-gelben Fäden) geflochten. Beim interkulturellen Markt im September werden wir ebenfalls mit einem Stand, Essen und Musik dabei sein.


Fortbildung: Wir haben am 1.8.2015 unser erstes Fortbildungsprojekt für Ehrenamtliche durchgeführt, 17 Teilnehmer/innen haben sich mit den gesetzlichen Grundlagen für Asyl, Aufenthalt und Bedingungen für Arbeitsaufnahme beschäftigt. Der Bedarf an weiteren Veranstaltungen ist von den Teilnehmern angemeldet worden.  


Geplante Projekte: die Frauen im Asylbewerberheim sind oft besonders isoliert. Wir werden in Zusammenarbeit einer Biberacher Schule nach den Schulferien einen Sprachkurs für afrikanische Frauen (mit Kinderbetreuung) durchführen und eine Frauengruppe installieren, um deren besonderen Integrationsbedürfnissen entgegen zu kommen. Mit einer Frauenärztin und Rechtsanwältin planen wir Informationsveranstaltungen für die weiblichen Flüchtlinge.  Ein Fahrradhändler hat sich bereit erklärt für die Bewohner der Unterkunft einen Reparierkurs für Fahrräder durchzuführen und wir wollen für den interkulturellen Markt afrikanische Hemden für die Trommlergruppe mit afrikanischen Frauen nähen.  


Um in Biberach weiter dafür zu sorgen, dass Flüchtlinge gut aufgenommen werden, greifen wir über Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit in die öffentliche Meinungsbildung ein. Wir wollen mit für ein Klima sorgen, in dem Gemeinsamkeiten aller Nationalitäten im Vordergrund stehen und die kulturellen Unterschiede als Chance und nicht als Bedrohung empfunden werden.  

 

 

Wie weiter in der Flüchtlingspolitik?

Die schrecklichen Meldungen nehmen kein Ende: Erstickte Menschen in einem LKW, täglich Tote im Mittelmeer, hungernde Flüchtlinge in Griechenland, Zäune in Ungarn, grenznahe Lager in Bayern, fast täglich menschenfeindliche Angriffe auf Flüchtlinge und Unterkünfte in unserem Land.

Und die Politik redet immer noch hauptsächlich darüber, wie die Abschreckungspolitik verbessert werden kann – obwohl sich praktisch erwiesen hat, dass die Menschen trotzdem gezwungen sind, ihrem Leben in Verfolgung, Hunger und Elend zu entfliehen. Es wird darüber geredet den Schleppern das Handwerk zu legen, aber die Politik sorgt dafür, dass diese weiter ihre Geschäfte machen können. Gäbe es legale Fluchtwege, könnten die Schlepper nicht existieren. 

Die permanente Propaganda vom „Flüchtlingsstrom“ vertuscht, daß die deutschen Behörden nicht in der Lage waren, sich auf mehr Flüchtlinge einzustellen. Natürlich gibt es Probleme mit der Unterbringung, aber schaut man sich mal Biberach an: wer will da feststellen, dass wir von Flüchtlingen überlaufen sind? Selbst wenn 800.000 Menschen in die BRD  fliehen, sind das noch nicht einmal einer auf hundert deutsche Bürger. Während der Finanzkrise hat ein politischer Gipfel den anderen gejagt  – aber wenn es um Menschen geht,  wird nicht gehandelt aber über Taschengeldstreichung, schnelle Abschiebung geredet.

Es gibt  viele „normale“ Bürger bei uns, die sich engagieren -  das ist  gut so, und je mehr umso besser.  Aber die Politik muss auch handeln: es müssen legale Fluchtwege geschaffen werden, der Arbeitsmarkzugang muss erleichtert werden und wer Arbeit hat, muss ein Bleiberecht bekommen – es gibt da Arbeitgeber, die schon bedeutend weiter sind als die offizielle Politik. Für bestimmte Gruppen brauchen wir ein humanitäres Bleiberecht und damit die Möglichkeit einer schnellen Integration in unsere Gesellschaft.

Wir wünschen uns, dass viele  Menschen in Biberach mit uns und anderen dafür sorgen, dass Flüchtlinge Verständnis und Unterstützung finden. Unsere Gesellschaft kann es nicht nur aushalten sondern auch auf allen Ebenen davon profitieren, wenn wir Flüchtlinge nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung sehen. 

      

 

Aktion am 1. Mai 2015. Im Hintergrund ein Transparent des IFF, gestaltet von einem Künstler aus Friedrichshafen